Die richtige Schuhgröße – ein jeder Fuß ist anders

Wir tragen unsere Schuhe Tag für Tag und das stundenlang. Dabei müssen die Schuhe die Füße optimal dabei helfen, das Körpergewicht zu tragen und ebenso den Prozess der Bewegung unterstützen. Aus diesem Grund sollte klar sein: Schuhe die nicht passen, die können belasten – sowohl den Fuß als auch den Menschen selbst. Damit man vor schlecht sitzenden Schuhen geschützt ist, sollten ein paar Tipps beim Schuhkauf beachtet werden.

Die verschiedenen Schuhgrößen-Systeme

Wie bereits angemerkt, ein jeder Fuß ist anders und somit benötigt er einen angepassten Schuh. Doch es weder günstig noch praktisch ist, maßgeschneiderte Schuhe zu tragen, gibt es vereinheitlichte Schuhgrößen in Form von numerischen Angaben. Dabei ist jedoch zwischen den nebeneinander existierenden, historisch gewachsenen Systeme unterschieden werden, die zur Längenbestimmung genutzt werden.

Ein jeder Schuhträger kam vor der Etablierung der Schuhgrößen in den Genuss von maßgefertigten Schuhen. Zwar gab es zu dieser Zeit auch ein Größensystem, aber das wurde nur vom Schuster für die Bestimmung des Preises genutzt. Erst mit der Idee, Schuhe auf Vorrat zu produzieren, wurde es notwendig ein Größensystem einzuführen. Die nationalen Gepflogenheiten haben die verschiedenen Systeme hervorgebracht, wie das Brannocksystem, die britischen Größen und den berühmten Stich.

Die Europäischen Größen nach dem Pariser Stich (EU/D/I/F)

Es gibt in Kontinentaleuropa ein einheitliches System, das auch gern als deutsches, italienisches oder französisches System bezeichnet wird Die Grundlage für dieses System bildet der sogenannte Pariser Stich, der gegen 1800 aufkam. Durch ihn wird nichts anderes als eine bestimmte Nahtstichlänge beschrieben, in diesem Fall 0,67 cm. Die Schuhgröße 42 beschreibt, dass die Leistenlänge des Schuhs 42 Stiche mit der Länge 0,67 cm aufweist. Werden dann noch 1,5 cm abgezogen, dann erhält man die finale Fußlänge.

Die britischen Größen nach Barleycorn (UK)

Im britischen System wird mit dem sogenannten Barleycorn (Gerstenkorn) gerechnet. Dieses entspricht ⅓ Inch und das sind umgerechnet 0,846 mm. In der Regel wird mit halben Größen gerechnet, sodass die Einzelschritte 0,423 mm entsprechen. Die Berechnung lautet hier Leistenlänge in cm geteilt durch 2,54 x 3 – 25 = Schuhgröße UK.

Die amerikanischen Größen

In den USA orientieret sich das traditionelle Vorgehen an dem britischen Barleycorn. Doch es gibt einen Unterschied: Die Skala beginnt hier nicht wie in den UK bei 12, sondern bei 11 ¾ Barleycorns. Damit ergibt sich die US-Schuhgröße aus Leistenlänge geteilt durch 2,54 x 3 – 24 ¾.

Aber es scheint sich das Brannock System in den USA immer mehr durchzusetzen. Von dem Schuhverkäufer Charles Brannock wurde ein Messgerät erfunden, mit dem die Schuhgröße (Brannock-Device) bestimmt werden konnte und eben daraus ergibt sich der Name des Systems. Hier liegen die Größen leicht über dem der britischen und auch die Formeln der Berechnung unterscheiden sich bei Mannern und Frauen.

Schuhgrößen Männer (US) = Fußlänge in cm ÷ 2,54 × 3 – 22

Schuhgrößen Frauen (US) = Fußlänge in cm ÷ 2,54 × 3 – 21

Die Asiatischen Größen

Diese beruhen auf metrischen Angaben, indem die Länge in Zentimetern angegeben wird. Manchmal wird auch durch einen Buchstaben das Ballenmass angegeben, also die Fußbreite von A bis E, F oder G. Häufig setzen die Japaner das Verhältnis von Länge zu Breite in ein Verhältnis, dessen Ergebnis ist dann Narrow, Medium oder Wide.

Wie kann die richtige Schuhgröße ermittelt werden?

Damit die richtige Schuhgröße für den Fuß ermittelt werden kann, wird im eigentlichen Sinne nichts weiter benötigt als ein Blatt Papier, ein Stift und ein Maßband, Lineal oder Zollstock.

Als Erstes wird der Fuß auf das Blatt Papier gestellt und dann wird eine Markierung hinter der Ferse und vor dem Großen Zeh gemacht. Dann den Fuß vom Papier nehmen und die Distanz zwischen den beiden Markierungen messen. Damit eine optimale Passform gegeben ist, sollte noch ein kleiner Puffer von rund einem Zentimeter auf die gemessene Distanz hinzugerechnet werden.

Dann muss einfach noch die Größe mit der Größentabelle des favorisierten Schuhs abgeglichen werden und man erhält das optimale Ergebnis für seinen Fuß.

Wer es sich einfacher machen möchte, der kann auch ein Schuhmessgerät nutzen. Diese Geräte sind am Markt erhältlich und erleichtern das Messen der Füße, vor allem auch bei Kindern.

Mit der passenden Schuhgröße Schäden an den Kinderfüßen vorbeugen

Eltern wissen, Kinderfüße wachsen schnell und innerhalb von einem Jahr können das locker drei Größen sein. Aus diesem Grund sind alle drei Monate neue Schuhe fällig. Dabei sind natürlich auch das Alter, die Jahreszeit und die Größe bei der Auswahl ausschlaggebend. Doch noch wichtiger ist, dass der Fuß des Kindes vor dem Schuhkauf vermessen wird. Das sollte grundsätzlich am Nachmittag geschehen, denn der Fuß wächst über Tag bis zu 5 % und in der Nacht nimmt die Größe wieder ab. Nur so kann vermieden werden, dass der Schuh später unangenehm drückt. Aber nicht nur das, denn ein falscher Schuh kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen.

ACHTUNG, falsches Schuhwerk kann zudem die Anatomie der Füße verändern! Wie oft hört man „Die Schuhe laufen sich noch ein!“ Doch diese Ansicht wird von den Ärzten verurteilt und sie warnen vor den gesundheitlichen Risiken. Sollten sich ein Schuh nach anfänglichen Problemen gut anfühlen, dann hat er sich nicht dem Fuß angepasst – sondern umgekehrt. Das hat zur Folge, dass die Anatomie der Kinderfüße durch ein falsches Schuhwerk dauerhaft verändert werden können. Die Schmerzen nehmen nach einer Weile an den eingequetschen Stellen ab und die Füße verlieren an Empfindlichkeit.

Die Blasen sind es, die zunächst vor falschen Schuhen warnen, während sich mit der Zeit Hühneraugen und Schwielen herausbilden. Sollten Kinder über mehrere Jahre falsches Schuhwerk tragen, dann kann sich sogar die Fußanatomie verändern. Hammerzehe und Krallenzehe bilden sich heraus, bei denen es sich um eine weit verbreitete Fehlstellung handelt, die sich Hallux valgus nennt. Bei dieser Fehlstellung zeigt die große Zehe nach außen und kann in schweren Fällen nur noch durch eine Operation in die richtige Stellung zurückgebracht werden.

Hinweis: Es gibt mittlerweile sogar schon Methoden, bei denen es möglich ist, den Fuß komplett zu scannen um die ganzheitliche Geometrie zu erfassen – angefangen bei der Länge über die Breite und Fersenbreite bis hin zur Spannhöhe. Oftmals werden diese Fuß-Scan-Systeme bei Orthopäden und im Orthopädiebedarf eingesetzt. Von der Stiftung Warentest sowie von Ökotest wurden Fußmesssysteme getestet und einige sogar für gut befunden.

Schuhgrössentabelle

Fußlänge in cm

D / EU Schuhgröße

UK Schuhgröße

US Schuhgröße

22 34 2/3 2 1/2 5
bis 22,7 35 3 5 1/2
bis 23,0 36 3 1/2 6
bis 23,4 36 2/3 4 6 1/2
bis 23,8 37 4 1/2 7
bis 24,3 38 5 7 1/2
bis 24,7 38 2/3 5 1/2 8
bis 25,1 39 6 8 1/2
bis 25,6 40 6 1/2 9
bis 26 40 2/3 7 9 1/2
bis 26,5 41 7 1/2 10
bis 27 42 8 10 1/2
bis 27,4 42 2/3 8 1/2 11
bis 27,8 43 9 11 1/2
bis 28,3 44 9 1/2 12
bis 28,7 44 2/3 10 12 1/2
bis 29,1 45 10 1/2 13
bis 29,6 46 11 13 1/2
bis 29,8 46 2/3 11 1/2 14
bis 30,3 47 12 14 1/2
bis 30,8 48 12 1/2 15
bis 31,2 48 2/3 13 15 1/2
bis 31,6 49 13 1/2 16
bis 32 50 14 16 1/2